(c) tina doerwald 2011
  




 

 

 

 
tina doerwald 2019


Tinka und Pelle mit Rückenwind



Text: Tina Doerwald 2019, Illustrationen: Elke Eckelt 2019

Erzählt werden die Geschichten von Pelle, einem fröhlichen Möwenjungen und dem hübschen, mutigen Albatrosmädchen Tinka.
Pelle wurde vom Schiffskoch gerettet und Tinka verlor bei ihrem ersten Besuch drei Schwanzfedern. Warum das so war und welche tollen Tage sie miteinander verbringen, warum ein Dackel mit Pelle seinen Morgenspaziergang macht und Tinka einem Taucher ins Bein zwickt, erzählt dieses spannende Buch für kleine & große Kinder.

Auszug 1. Geschichte

Es war einmal ein sehr früher Morgen. Die aufgehende Sonne tauchte das Meer in goldenes Licht. Die Lisbeth Morningstar, ein Passagierschiff glitt fast lautlos durch den Ozean. Einige wenige Frühaufsteher genossen den Sonnenaufgang. Zuvor verteilten sie große Handtücher auf ihrem angestammten Liegenplatz, um den anderen zu verdeutlichen, dass dieser wunderschöne Platz in der ersten Reihe bereits besetzt war.
Das Schiff war annähernd 25 Jahre im Dienst und gehörte nach Hamburg. Es schipperte Passagiere und seinen gefiederten Dauergast sicher durch die Weiten des Meeres.
Pelle, die einzige Möwe der Welt, die in einem Rettungsboot wohnte, schlief fest und träumte von köstlichen Möhrchen, Steak und Schokocreme.
Pünktlich gegen 7.00 Uhr erwachte er, schüttelte seine Federn an ihren Platz und hüpfte auf den Sitz des Rettungsbootes, öffnete die rote Plane und schlüpfte ins Freie.
Pelle gähnte herzhaft und beschloss sich sein Futter zu holen. Das bekam er von Naile, dem Schiffskoch. Naile hatte ihn vor einigen Monaten auf der Plane des zweiten Rettungsbootes, rechter Gang, gefunden und gesund gepflegt.

tinka und Pelle 2019

[...]
Pelle war so vertieft in seinen köstlichen Nachtisch, dass er die Gefahr, die von hinten drohte, gar nicht bemerkte.
Pelle hatte gerade den letzen Bissen runter geschluckt, als etwas Weißgraues an ihm vorbei sauste. Reflexartig packte er zu.
„Aua!“
Pelle hatte drei weiße Schwanzfedern im Schnabel.
Etwas weiter hinten rappelte sich das weißgraue Ungetüm auf und zeterte.
„Eij man, was fällt dir ein, mir meine Schwanzfedern auszureißen? Dir ist wohl dein Frühstück nicht bekommen?“
„Guten Morgen! Ich wollte – ja eigentlich war das – ja ich weiß ja auch nicht. Du bist so plötzlich vom Himmel gefallen, dass ich nur zugepackt habe. Tut mir leid. Hier sind deine Federn, bitte!“

 

elke eckelt 2019

Auszug aus der 3. Geschichte

Freunde

[...]Pelle musste sich wirklich anstrengen, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Vielleicht hätte er doch mehr fliegen sollen…
Natürlich hatte Tinka mitbekommen, dass Pelle ihr folgte, aber sie dachte sich, Strafe muss sein. Und so flog sie ein bisschen langsamer und segelte in großen Kreisen über dem Dampfer. Sie war sich auf einmal sicher, dass sie die Nacht auf dem Schiff verbringen würde. Die Landung bereitete ihr keine Kopfschmerzen, denn sie hatte sich eine besondere Technik einfallen lassen und lange geübt. Nun beherrschte sie ihren Trick einwandfrei. Sie sah sich um. Das Wasser im Pool könnte gut geeignet sein. Wasser ist Wasser und nachts war der Pool menschenleer.

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